11.12.2017, 18:00 Uhr

Fernsehen mit der Familie

Wertvoll Fernsehen - Babies brauchen Bilder zum Be-greifen
© Jessica Kassner/SOS-Kinderdorf e.V.

12 - 15 Jahre

Mit Jugendlichen über das Familien-Fernseh-Programm
streiten – oder:

Die Kunst, einen Kaktus zu umarmen.

Wenn aus Kindern Jugendliche werden, wollen sie zunehmend weniger bevormundet werden. Sie wollen und sollen ihren eigenen Weg ins Leben finden. Sie suchen sich eigene Vorbilder – häufig außerhalb der Familie. Stars und Sternchen aus der bunten Fernsehwelt haben hier eine wichtige Funktion. All das geht nicht ohne Konflikte mit den Eltern. Wenn die Kinder die Stacheln aufstellen, stehen Vater und Mutter oft vor der großen Herausforderung: Wie umarme ich einen Kaktus?

Gerade in dieser entscheidenden Zeit ist es wichtig, dass Eltern die zum Teil anstrengenden und schmerzhaften Konflikte nicht scheuen, sondern ein Gegenüber ihrer Kinder bleiben. Das betrifft auch den Umgang mit dem Medium Fernsehen in der Familie.

Was ist jugendfrei?

Nicht alles, was frei zu sehen ist, ist auch jugendfrei. Filme, Videos und DVDs müssen laut Gesetz gekennzeichnet werden. Die FSK (= die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) prüft daher die Produktionen und spricht Altersempfehlungen aus. Die reichen von „ohne Altersbeschränkung“ über „freigegeben ab 6, 12 oder 16“ bis zu „keine Jugendfreigabe“. Diese „freiwillige Prüfung“ hat nichts mit dem gesetzlichen Jugendschutz zu tun und wird zum Teil recht locker gehandhabt. Der Gong als Familienzeitschrift urteilt strenger, beispielsweise bei Filmen mit gewalttätigen oder erotisch-freizügigen Darstellungen. Außerdem werden anspruchsvolle Filme von der Redaktion auch danach eingestuft, ab welchem Alter sie überhaupt verstanden werden können.

Unsere Empfehlung:

  • Verstehen Sie sich zunehmend als Partner Ihrer Kinder. Suchen Sie das Gespräch und begründen Sie Ihre Position.
  • Ermutigen Sie Ihre Kinder zu einer eigenverantwortlichen Zeitplanung. Einschalten und Ausschalten sollte nicht nur aus Lust und Laune geschehen, sondern bewusst entschieden werden. So vermeiden Sie gemeinsam, vor dem Fernseher „zu versumpfen“.
  • Diskutieren Sie mit den Heranwachsenden in der Familie über das Verhalten von Idolen und beeindruckenden Personen in Soaps und Filmen. Bleiben Sie im Gespräch, auch wenn es Sie selbst fordert. Ihre Kinder werden zunehmend zu Kontrahenten; sie reifen aber gerade daran, wenn Sie sich einem freundschaftlich-kritischen Gespräch stellen.