20.10.2017, 03:40 Uhr

Fernsehen mit der Familie

Wertvoll Fernsehen - Babies brauchen Bilder zum Be-greifen
© Mathis Leicht/SOS-Kinderdorf e.V.

16 - 18 Jahre

Mit Jugendlichen im Gespräch bleiben und auf Augenhöhe diskutieren

Wenn aus Eltern Freunde werden.

Nach und nach wachsen die Jugendlichen aus der Pubertät heraus. Der Schulabschluss steht bevor und sie haben den Führerschein vor Augen. Junge Menschen kurz vor der Volljährigkeit wollen immer mehr auf eigenen Beinen stehen. Sie lassen sich nur noch ungern in ein Regelkorsett drängen, schon gar nicht beim Thema Fernsehen.

In vielen Jugendzimmern stehen das Fernsehgerät längst neben dem Computer und der Stereoanlage. Die Medien sind ihre Welt. Hier sind sie zu Hause, hier kennen sie sich aus, meist viel besser als die Eltern. Es ist ganz natürlich, dass verschiedene Generationen auch verschiedene Fernseh-Interessen haben. Dennoch: Wenn sich jeder in sein Fernsehzimmer zurückzieht, geht ein Stück familiäre Kommunikationskultur verloren. Gemeinsam fernzusehen kann dagegen ein Familienerlebnis werden – auch mit (fast) erwachsenen Kindern.

Auch wenn Sie mit Ihren Jugendlichen in Konflikte geraten – Verbote aufzustellen, bewirkt häufig das Gegenteil von dem, was Sie erreichen wollen. Das heißt aber nicht, dass Sie die heranreifenden Erwachsenen Ihrer Wohngemeinschaft sich selbst überlassen. Fragen Sie nach: „Warum siehst du dir was an?“ Diskutieren Sie auf Augenhöhe! Regen Sie zu einem kritischen Blick auf das eigene Fernsehverhalten an!

Unsere Empfehlung:

  • Halten Sie das Ziel fest, dass Sie als Familie über das Fernsehprogramm diskutieren und gemeinsam einen Weg finden.
  • Ermutigen Sie Ihre Jugendlichen zu einem aktiven Zeitmanagement. Fragen Sie, wie viel Fernsehen sie selbst für gut halten. Und helfen Sie Ihnen, diese selbstbestimmte Fernsehzeit einzuhalten.
  • Auch jugendliche Augen sollten nicht alles sehen, was die Sender anbieten. Gerade in der Lebensphase, in der Jugendliche zu einer eigenen Persönlichkeit heranreifen, üben Bilder und Charaktere einen wesentlichen Einfluss aus. Viele Spätfilme sind auch für 16-Jährige nicht geeignet.
  • Mehr noch als Fernsehbilder stellen Bilder und Filme aus dem Internet eine Gefahr für Jugendliche dar. Pornografisches, Gewalt verherrlichendes und politisch oder religiös extremistisches Material ist frei zugänglich. Solche Bilder können eine gesunde Entwicklung sehr belasten.
  • Sprechen Sie offen die Chancen und Gefahren an, die Sie bei neuen Medien sehen. Wenn Computer, Internet und Fernsehen zu viel Zeit in Anspruch nehmen, dann geht ein Stück reales Leben verloren.